Tarifabschluss Heizungsbau Hamburg

Mehr Geld und 500 Euro Corona-Prämie für Heizungsmonteure in Hamburg

(05.11.2020) Lohnerhöhung trotz Corona – dank Warnstreiks: In den Tarifverhandlungen für Heizungsbauer in Hamburg hat die IG Metall im Volumen 2,5 Prozent mehr herausgeholt: 50 Euro mehr im Monat. 500 Euro Corona-Prämie. Ein Urlaubstag mehr. 200 Heizungsbauer haben dafür mit Warnstreiks Druck gemacht.

200 Kolleginnen und Kollegen der Heizungsindustrie Hamburg machten am 3. November Druck auf die Arbeitgeber - bei Stulz stand die Produktion still. (Foto: Peter Bisping)

Ab Januar gibt es 50 Euro mehr Geld im Monat. Dazu kommt eine einmalige steuerfreie Corona-Prämie von 500 Euro. Diesen Tarifabschluss hat die IG Metall am Mittwoch in der Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik in Hamburg durchgesetzt. 200 Heizungsbauer haben dafür am Dienstag erneut mit Warnstreiks Druck gemacht.

Außerdem gibt es einen Urlaubstag mehr. Künftig müssen die Heizungsbauer für den 24. Und den 31. Dezember nur noch einen Tag Urlaub nehmen.

2,5 Prozent mehr im Volumen über ein Jahr
Im Volumen bedeutet der Tarifabschluss für einen Heizungsmonteur 2,5 Prozent über die Laufzeit des Tarifvertrags von einem Jahr.

Die Auszubildenden profitieren besonders. Sie erhalten je nach Ausbildungsjahr zwischen 33 und 58 Euro mehr im Monat.

Wegen Corona hatten IG Metall und Arbeitgeberverband die Verhandlungen im März unterbrochen und dann im August fortgesetzt. Die 500 Euro Corona-Prämie decken die Monate April bis Dezember 2020 ab. Im Januar steigen dann die Entgelte um 50 Euro.

Der Tarifvertrag gilt für die Zeit vom 1. April 2020 bis 31. März 2021. Das bedeutet, die IG Metall wird im Frühjahr erneut über Entgelterhöhungen verhandeln. Ab dem 1. April 2021 sind wieder Entgelterhöhungen möglich.

Heizungsbauer machten mit zwei Warnstreiks Druck
In drei Hamburger Heizungsbetrieben hatte die IG Metall die Monteure zum Warnstreik aufgerufen. Auch die Fertigung bei Stulz stand komplett still. Die Beschäftigten demonstrierten Corona-konform, mit Masken und Abstand, in Blöcken, für ihre Forderungen.

Der Warnstreik der Hamburger Heizungsbauer am Dienstag war bereits Ihr zweiter. Mitte September waren sie schon einmal in den Ausstand getreten. Damals wollten die Arbeitgeber wegen Corona noch gar nichts bezahlen.

Nach dem zweiten Warnstreik gelang nun der Verhandlungskommission der IG Metall in der vierten Verhandlungsrunde der Durchbruch.

"Nur durch Eure starken Warnstreiks konnten wir dieses Verhandlungsergebnis erreichen", erklärte Friedhelm Ahrens, Verhandlungsführer der IG Metall Küste, den Heizungsbauern. "Erneut habt Ihr in der nicht besser gewordenen Corona-Lage Courage gezeigt, auf die Straße zu gehen und Flagge zu zeigen. Danke, für Eure Solidarität."

Dieser Text ist erschienen auf igmetall.de

Mehr zum Thema auf igmetall-kueste.de:
Tarifinfo: Heizungsindustrie Hamburg: Verhandlungsergebnis steht



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